Organspende: Zahlen durch Aufklärung erhöhen
Anlässlich des Tags der Organspende am 6. Juni wirbt die Ärztekammer Bremen dafür, die Zahl der Organspenden in Deutschland durch Information und Aufklärung zu erhöhen. Trotz eines leichten Anstiegs bleibt die Zahl der Spenderinnen und Spender weiterhin zu niedrig. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben 2025 bundesweit 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet, auf der Warteliste für ein Organ stehen aktuell etwas mehr als 8.000 Menschen. In Bremen haben letztes Jahr zwölf Menschen 37 Organe gespendet. Damit liegt Bremen etwas über dem Durchschnitt: Bezogen auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner entspricht dies 17 Organspenderinnen und Organspendern, bundesweit waren es 11,8.
Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation wäre die Einführung der Widerspruchslösung. „Wer Organe spendet, entscheidet sich dafür, Leben zu retten“, sagt Christina Hillebrecht, die Präsidentin der Ärztekammer Bremen. „Leider dokumentieren noch immer zu wenige Menschen ihre Entscheidung zur Organspende. Die Widerspruchslösung könnte dazu beitragen, dass sich deutlich mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen.“
Die Widerspruchslösung gilt bereits in zahlreichen Ländern wie Frankreich, Irland, Italien, Österreich, Spanien und den Niederlanden – mit Erfolg: Die Zahl der Spender:innen ist deutlich höher als hierzulande. In Deutschland hat eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten inzwischen erneut einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht. „Für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es aber auch eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung sowie leicht zugängliche und verständliche Informationen zur Organspende“, sagt Christina Hillebrecht.
Laut Umfragen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) steht die große Mehrheit der Bevölkerung der Organspende positiv gegenüber. Dennoch haben viele Menschen ihren Willen bislang nicht dokumentiert. „Unabhängig von der gesetzlichen Grundlage empfehle ich, die eigene Entscheidung zur Organspende zu dokumentieren und mit Angehörigen zu besprechen.“ Dies erleichtere Angehörigen im Ernstfall die Entscheidungsfindung.
Hillebrecht weist zudem darauf hin, dass Hausärzt:innen zu Organspende ergebnisoffen beraten können. Auch die Ausgabe eines Organspendeausweises kann dazu beitragen, dass sich Menschen aktiv mit dem Thema auseinandersetzen.

