Impfen schützt – in jedem Alter
Anlässlich der Europäischen Impfwoche ruft die Ärztekammer Bremen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihren Impfschutz zu überprüfen. „Impflücken entstehen oft unbemerkt – etwa durch versäumte Impfungen im Kindesalter oder fehlende Auffrischungen im Erwachsenenalter“, sagt Christina Hillebrecht, die Präsidentin der Ärztekammer. „Umso wichtiger ist es, den eigenen Impfstatus regelmäßig zu kontrollieren und fehlende Impfungen nachzuholen.“
Ein besonderer Fokus müsse dabei auf dem Schutz von Kindern und Jugendlichen liegen, etwa durch die HPV-Impfung, so die Ärztekammer. Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) ist ein zentraler Baustein der Krebsprävention; die beste Immunantwort wird im Alter zwischen zehn und 14 Jahren erzielt. Bremen hat hier jedoch Nachholbedarf: 2023 waren laut RKI bundesweit 54,6 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 34 Prozent der Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Im Land Bremen lagen die Quoten bei 48,2 Prozent beziehungsweise 31,2 Prozent.
Ausdrücklich zu loben ist das niedrigschwellige HPV-Schulimpfprogramm des Gesundheitsamtes Bremen, das seit 2014 flächendeckend in den achten Klassen angeboten wird. Christina Hillebrecht: „Gut, dass es dieses Programm gibt. Die persönliche Ansprache in den Schulen hat die Impfquote bereits deutlich gesteigert.“ Laut RKI-Bulletin stieg die HPV-Impfquote vor allem zwischen 2017 und 2019 sowie nach der Corona-Pandemie: Bei 15-jährigen Mädchen um bis zu 14,8 Prozentpunkte auf 54,9 Prozent, bei Jungen um 2,8 Prozentpunkte auf 32,7 Prozent.
Bei anderen Impfungen steht Bremen laut Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2024/25 gut da: Über 93 Prozent der Kinder sind gegen Hepatitis B geschützt, bei Masern, Mumps und Röteln (MMR) liegt die Quote bei über 97 Prozent. „Das sind starke Werte“, so die Präsidentin. „Bremen darf hier aber nicht nachlassen.“
Auch Erwachsene sollten ihren Impfschutz im Blick behalten. Die Ärztekammer empfiehlt, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Auffrischungen wahrzunehmen und im Herbst an die Grippeschutzimpfung zu denken. „Ältere oder immungeschwächte Menschen sollten sich zudem ärztlich beraten lassen, ob nicht weitere Impfungen wie gegen Gürtelrose, Lungenentzündung oder RSV sinnvoll sind.“ Für Menschen über 60 Jahre sowie für chronisch Erkrankte werden die Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

